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  • Marco

Backstage Episode 2: Über Fotos und Selbstironie / About photos and self-irony


(DE)

Ich bin persönlich kein grosser Freund von Abbildungen meinerseits. Dies liegt vermutlich an einer früheren, minim narzisstisch veranlagten Ader, für die ich mich heute so sehr schäme, dass ich sämtliche Selbstfotografien (Selfies) oder Porträts von mir boykottiere. Dementsprechend gross war auch meine Begeisterung, als meine Bandkollegen mit der Idee kamen, wir bräuchten endlich einige professionelle Fotos. Da bei uns die pure Demokratie herrscht, wurden meine Einwände (belanglose Argumente) regelrecht abgeschmettert und ich wurde eins zu drei überstimmt. Allerdings wurde mir ein gemeinsames Raclette-Essen (mitten im Sommer!) als Belohnung für braves posieren in die Kamera in Aussicht gestellt.


So kam es also, dass ich Freitagabend meinen eher spärlichen Kleiderschrank ausschlachtete und ihm alles entzog, was dieser herzugeben hatte. Am nächsten Morgen brachen wir dann allesamt mit grossen Kleidersäcken in Richtung „Schloss Köniz“ auf, wobei ich bemüht war, einen rockigen Eindruck zu machen. Schliesslich sollten diese Bilder bald unsere Visitenkarte sein. Nervöser als man es sein sollte, warteten wir auf die Fotografin. In Gedanken bin ich schon hundertfach meine verschiedenen Outfits durchgegangen. Plötzlich machte ich mir Gedanken über meine Bauchrollen und wie eingeengt sie in welchem Teil aussehen würden. In einer kurzen Denkpause musste ich laut auflachen, weil mir gar nicht bewusst war, dass ich so eine Diva sein konnte.


Als die Fotografin dann auftauchte, stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach war, einen passenden Platz zu finden. Der Nachmittag verging allerdings wie im Fluge und wir alle wechselten, Kleider und Posen, mal schauten wir ernst drein und mal strahlten wir in die Kamera. Tatsächlich kann ich abschliessend sagen, dass es eine Erfahrung war, die mir durchaus gefallen hat, auch wenn ich es nach wie vor nicht als angenehm empfinde, für eine Kamera zu posieren. Dafür waren die Ergebnisse umso erquickender.

Beim vorversprochenen gemeinsamen Abendessen, bei dem wir üblicherweise über Musik, uns und unsere Band philosophierten, liessen wir den Tag gemeinsam ausklingen.


(EN)

I personally am not a big fan of illustrations on my part. This is probably due to an earlier, minimally narcissistic streak, which nowadays I am so ashamed of that I boycott all self-photographs (selfies) or portraits of myself. My enthusiasm was correspondingly great when my band colleagues came up with the idea that we finally needed some professional photos. Since we are a pure democracy, my objections (irrelevant arguments) were literally thrown out and I was outvoted one to three. However, I was promised a raclette dinner together (in the middle of summer!) as a reward for good posing into the camera.


So it happened that Friday evening I gutted my rather sparse wardrobe and took everything it had to offer. The next morning we all left for "Schloss Köniz" with big clothing bags, trying to make a rocky impression. After all, these pictures should soon be our business card. More nervous than one should be, we waited for the photographer. In my mind I already went through my different outfits a hundred times. Suddenly I was worried about my belly rolls and how cramped they would look in which piece. In a short pause for reflection I had to laugh out loud because I was not aware that I could be such a diva.


When the photographer showed up, it turned out that it was not so easy to find a suitable place. But the afternoon flew by and we all changed clothes and poses, sometimes we looked serious and sometimes we shone into the camera. In fact, I can say in conclusion that it was an experience that I really enjoyed, even though I still don't find it pleasant to pose for a camera. But the results were all the more refreshing.


At the promised dinner together, where we usually philosophized about music, us and our band, we let the day fade away together.


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